Abschlussbericht  Schuljahr 02/2026 bis 06/2026  Feldbergschule

 

 

Name: (B.)

Schulhalbjahr: 2026

Geb.: 2019

Fachkraft: Frau H.

Berichtszeitraum: 02/2026-06/2026

Ort: M.

 

  1. Ergebnisse im Berichtszeitraum

- B. ist selbstständiger und selbstbewusster geworden

- B. kann Deutsch besser verstehen und sprechen

- B. hat Anschluss in der Klasse gefunden

- das Kind scheint sich in der Klasse wohlzufühlen

 

  1. Allgemeine Informationen

B. stammt aus Pakistan und spricht fließend Urdu sowie Englisch. Die deutschen Sprachkenntnisse sind mittlerweile deutlich besser ausgeprägt. Innerhalb der Familie liegt eine schwierige Situation vor. Gegen den Vater besteht ein Annäherungsverbot gegenüber der Mutter aufgrund häuslicher Gewalt. In der Vergangenheit hielt sich die Mutter auch in Frauenhäusern auf. Während eines viermonatigen Aufenthalts der Mutter in Pakistan im ersten Halbjahr übernahm die damals 17-jährige älteste Tochter die Versorgung und Betreuung der vier Geschwister. Der Vater war laut dem Kind auch zuhause, arbeitete aber viel. B. zeigt sich in der Situation neutral. Das Kind erzählt von sich aus über die Situation zuhause und berichtet immer liebevoll von dem Vater (er hat den Kindern morgens Frühstück gemacht, war am Wochenende mit den Kindern unterwegs etc.). In dieser Zeit zeigte sich nach außen hin eine „stabile“ Grundversorgung. Es waren stets ausreichend Frühstück in der Brotdose, vollständige Schulmaterialien und erledigte Hausaufgaben vorhanden. Das Erscheinungsbild war durchgehend gepflegt. Zum aktuellen Stand (Februar 2026) befinden sich sowohl Mutter als auch Vater in Pakistan. Aufgrund dieser Situation ist das Jugendamt nun eingeschaltet und hat entsprechende Maßnahmen eingeleitet, zu denen die Schülerassistenz aber keine weiteren Informationen hat.

 

  1. Ausgangssituation

Im schulischen Alltag zeigte B. zunächst ein zurückhaltendes, schüchternes und vorsichtiges Auftreten. Soziale Interaktionen mit Mitschüler: innen wurden selten eigenständig initiiert; der Kontaktaufbau fiel dem Kind auch noch zu Ende des 1. Halbjahres sichtlich schwer. Gleichzeitig fiel B. von Beginn an durch ein hohes Maß an Empathie, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf. Arbeitsmaterialien wurden breitwillig mit dem Sitznachbarn oder der Sitznachbarin geteilt, und der Umgang mit anderen war stets von großem Respekt und Rücksichtnahme geprägt. Im Unterricht führten noch unzureichend entwickelte Deutschkenntnisse zu deutlichen Verständnisschwierigkeiten bei Arbeitsanweisungen. Im Plenum orientierte sich das Kind stark an den Mitschüler: innen, um den Ablauf zu erfassen. Aus Angst etwas Falsches zu sagen oder vor der Klasse zu sprechen, hielt B. sich mündlich im Hintergrund, wodurch die fachlichen Kompetenzen nach außen oft geringer wirkten, als sie tatsächlich waren. Im geschützten 1:1- Setting hingegen wurden Aufgaben meist korrekt und sehr zügig gelöst.

Die primären Ziele lagen in der Förderung der Sprachsicherheit, der Stärkung der sozialen Integration und dem Aufbau von Selbstvertrauen.

 

 

  1. Aktuelle Situation

Die Zusammenarbeit mit B. verlief reibungslos. Es besteht ein großes Vertrauensverhältnis, sodass B. sich bei Fragen immer an die Schülerassistenz gewendet hat. Mit der Zeit hat B. das Wissen, es ist jemand bei Fragen da, die Sicherheit gegeben, die Sachen erst einmal selbst auszuprobieren. Ab und an gab es noch ein paar Fragen zu der Aufgabenstellung, nach kurzer Besprechung wurden diese dann aber zügig bearbeitet.

Auch durch den regelmäßigen Austausch konnten sich die Deutschkenntnisse des Kindes bessern. Dadurch traut B. sich auch aktiver am Unterricht teilzunehmen und in den Kontakt mit den anderen Kindern zu treten. B. spricht mittlerweile spürbar mehr und hat sich zunehmend getraut, aktiver am Unterricht teilzunehmen, sei es durch eigenständiges Melden, Vorlesen oder die Beteiligung an Gemeinschaftsspielen. Auch im sozialen Bereich zeigte sich eine sehr positive Entwicklung. Das Kind wirkt glücklicher, spielt deutlich mehr mit anderen Kindern und vermittelt das Gefühl, sich in der Klasse sicher und wohlzufühlen. Die erzielten Fortschritte im Bereich der Sprachsicherheit, der sozialen Integration und des Selbstvertrauens zeigen, dass die Begleitung im 1. Schuljahr wirksam war und B. eine wichtige emotionale und fachliche Stütze bieten konnte.

EVIM wünscht B. für die Zukunft und den weiteren schulischen Lebensweg alles Gute und viel Erfolg!

 

 

 

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(Schülerassistenz) (Teamleitung Projekt)

 

Zur vertraulichen Behandlung von personenbezogenen Daten wurden Namen und Orte des Projekts „Chancengleichheit bei Schulbeginn“ anonymisiert.