Friedensnobelpreis 2014 - wirkt bis heute 2018 und weiter

„ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift könnten die Welt verändern“


Der Friedensnobelpreis geht im Jahr 2014 an den indischen Kinderrechtler Kailash Satyarthi und die Bildungsaktivistin Malala Yousufzai aus Pakistan. Das teilte das norwegische Nobelkomitee in Oslo mit. Die beiden erhielten die Auszeichnung für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und jungen Leuten und für das Recht aller Kinder auf Bildung. 60 Prozent der Weltbevölkerung seien 20 Jahre alt oder jünger, sagte der Sprecher des Komitees, Thorbjörn Jagland.

Das Nobelkomitee bezeichnete es als "wichtigen Punkt", eine Muslimin aus Pakistan und einen Hindu aus Indien für ihr gemeinsames Engagement auszuzeichnen.
 
Die pakistanische Kinderrechtsaktivistin und Muslimin Malala Yousufzai (17) setzt sich seit ihrem elften Lebensjahr in ihrem Heimatland für das Recht von Mädchen auf Bildung ein. 2009 berichtete sie als Bloggerin für den britischen Sender BBC über das Vorgehen islamistischer Milizen, als diese die Kontrolle über den Distrikt Swat gewonnen hatten. Dafür erhielt sie 2011 den pakistanischen Friedenspreis und 2013 den Sacharow-Preis.
 
Im Oktober 2012 wurde Yousufzai im Schulbus von Taliban-Kämpfern in den Kopf geschossen, weil sie in deren Augen für areligiöse Werte eintrat. Sie überlebte schwer verletzt. Ein Flugzeug der Vereinigten Arabischen Emirate brachte sie zur Weiterbehandlung ins englische Birmingham.
 
International bekannt wurde die 17-Jährige mit der Veröffentlichung eines Fotos, das sie im Krankenbett in Birmingham zeigt. Politiker wie US-Präsident Barack Obama, EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon schickten ihr Genesungswünsche. Im Juli 2014 hielt sie eine Rede vor den Vereinten Nationen und erklärte, ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift könnten die Welt verändern.
 
Trotz des Attentats setzt sich Yousufzai mit Hilfe ihres Vaters weiter für das Recht auf Bildung ein. Dafür rief sie eine eigene Stiftung ins Leben, die "Malala Education Foundation". Diese sammelt nach eigenen Angaben Spenden für innovative Bildungsprojekte weltweit. Über ihr Leben und ihre Ziele schrieb sie gemeinsam mit der britischen Reporterin Christina Lamb die Autobiografie "Ich bin Malala"; das Buch wurde im Oktober 2013 veröffentlicht.
 
Kinderschutz, Kinderrechte, Schulbildung
 
Ihre Mission hat gerade erst begonnen, und es gibt viel zu tun in Ländern wie Saudi-Arabien, Nigeria, Afghanistan oder China. Politikerin will sie werden, trotz weiterer Morddrohungen der Barbaren. Das mutige Mädchen aus dem Swat-Tal ist zu einer Ikone geworden für die Jugend, die sich nicht mehr unterdrücken lassen will.
 
Die Preisvergabe symbolisiert auch, wie wichtig die Stärkung der Kinderrechte ist und wie wichtig der Schutz der Schwächsten in jeder Gesellschaft. Den Preis zu teilen und mit dem 60-jährigen indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi die Botschaft aus Oslo zu vervollständigen, zeugt von großer Weitsicht des Komitees unter dem Vorsitz von Thorbjoern Jagland. Kinderschutz, Kinderrechte, Schulbildung – es sind die Axiome menschlicher Zivilisation und jeder funktionierenden Zivilgesellschaft, deren Vorkämpfer in Oslo ausgezeichnet wurden.
 
Ist der halbe Preis an den Inder eine Kompensation dafür, dass Mahatma Gandhi die hohe Auszeichnung nie erhalten hat? Ein bisschen vielleicht. So wurden in diesem Jahr Bürger zweier verfeindeter Atommächte mit der renommiertesten Auszeichnung geehrt, die es zu vergeben gibt. Noch eine Botschaft.

(der Film Malala wurde im Oktober 2015 im Kino gezeigt)