Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

 

Antworten

Was ist eine Bürgerstiftung?

Eine Bürgerstiftung

  • ist eine selbständige und unabhängige Institution
  • fördert verschiedene gemeinnützige und mildtätige Zwecke
  • arbeitet in einem lokal oder regional begrenzten Wirkungsraum
  • betreibt einen langfristigen Vermögensaufbau und
  • macht ihre Organisationsstruktur und Mittelvergabe transparent

Ziel einer Bürgerstiftung ist es, einer größeren Zahl von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen (Corporate Citizens) zu ermöglichen, ihre spezifischen Beiträge zum Gemeinwohl unter einem gemeinsamen Dach zu verfolgen. Sie dient dabei als ein Sammelbecken für Spenden und Zustiftungen. Der langfristige Aufbau des Stiftungsvermögens durch Zustiftungen sichert die finanzielle Unabhängigkeit einer Bürgerstiftung und gewährleistet die Kontinuität der Stiftungsarbeit.

Erfolgreich arbeitende Bürgerstiftungen übernehmen für ihre Stifter und Spender eine Dienstleistungsfunktion. Sie bieten Serviceleistungen an, die auf die jeweiligen philanthropischen Interessen dieser Personen, Organisationen oder Institutionen zugeschnitten sind.

Die Mainzer Bürgerstiftung ist eine Stiftung aller Mainzer für alle Mainzer. Jeder kann mitmachen. Sie können Zeit spenden, indem Sie ehrenamtlich mitarbeiten. Sie können vorhandene Projekte durch Sachspenden unterstützen. Natürlich können Sie auch Geld geben – jeder Cent zählt und zahlt sich aus.

 

Was bedeutet es, dass eine Stiftung rechtsfähig ist?

Die selbständige Stiftung ist eine juristische Person, ein künstliches Gebilde, das die Rechtsordnung mit Rechten und Pflichten ausstattet. Sie hat weder Eigentümer noch Mitglieder oder Gesellschafter. Sie wird im Rechtsverkehr durch Organe vertreten, die im Rahmen der Satzung den Stifterwillen auszuführen haben. Zu ihrer Errichtung sind das vom Stifter verfasste Stiftungsgeschäft, eine Satzung und die staatliche Anerkennung erforderlich, die bestätigt, dass die Stiftung den gesetzlichen Anforderungen genügt.

 

Wie und nach welchen Kriterien werden Projekte ausgewählt?

Projektvorschläge für eigene Projekte werden im Vorstand nach einem Kriterienkatalog beurteilt, bearbeitet, und dann entsprechend den Möglichkeiten und Bedürfnissen umgesetzt und ausgeführt.

Neben eigenen Projekten prüfen wir auch Projekte anderer Organisationen, die an uns herangetragen wurden, ob wir diese unterstützen oder finanziell fördern können.

 

Unterschiede zwischen einer Bürgerstiftung und einer klassischen Stiftung?

Während eine klassische Stiftung in der Regel von einer Einzelperson, einer Familie, einem Ehepaar oder einem Unternehmen ins Leben gerufen wird, erfolgt die Gründung einer Bürgerstiftung meist auf Initiative mehrer Bürger, die gemeinsam ein Anfangskapital aufbringen.

Zudem konzentrieren sich Bürgerstiftungen im Unterschied zu Stiftungen im klassischen Sinne typischerweise auf die Erfüllung mehrer Zwecke aus verschiedenen Bereichen.

Um den Bestand und die Arbeit der Bürgerstiftung auf Dauer zu sichern und sie vor wirtschaftlichen Schwankungen unabhängig zu machen, muss der Ausbau des Stiftungsvermögens eines der Hauptanliegen sein.

Für eine Bürgerstiftung als Stiftung von Bürgern für Bürger ist ehrenamtliche Mitabeit und (finanzielle) Unterstützung von außen enorm wichtig. Für Stiftungen im klassischen Sinne ist dies eher unüblich.

 

Warum der Aufbau des Stiftungsvermögens so wichtig ist?

Die Arbeit der Stiftung wird zum einen aus Spenden, zum anderen aus den Erträgen des Stiftungsvermögens finanziert. (Das Stiftungsvermögen an sich muss erhalten bleiben.)

Ein hohes Stiftungsvermögens bringt hohe Kapitalerträge mit sich. Dadurch steht mehr Geld für Projekte zur Verfügung. Außerdem macht ein hohes Stiftungskapital die Stiftung unabhängiger von wirtschaftlichen Schwankungen, die beispielsweise einen Einbruch der Spenden nach sich ziehen können.

 

Was unterscheidet den (Zu-)Stifter vom Spender?

Während Spenden Zuwendungen zum laufenden Haushalt sind und daher zeitnah ausgegeben werden müssen, werden Zustiftungen dem Stiftungskapital zugeführt. Spenden unterstützen somit die aktuelle Projektarbeit. Von den Zustiftungen dürfen nur die Kapitalerträge ausgegeben werden. Sie helfen somit, den Bestand und die Arbeit der Stiftung auf Dauer zu sichern.

 

Wer überwacht die Mainzer Bürgerstiftung?

Die Bürgerstiftung unterliegt einer internen und einer externen Überwachung.

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben hat die Stiftung einen Vorstand. Dieser ist der gesetzliche Vertreter der Stiftung. Die Mainzer Bürgerstiftung hat neben dem Vorstand einen Beirat als Kontrollorgan.

Extern erfolgt die Überwachung durch Stiftungsaufsicht und Finanzamt.

 

Wie sieht sich die Bürgerstiftung im Verhältnis zu anderen (gemeinnützigen) Organisationen?

Die Bürgerstiftung versteht sich nicht als Konkurrenzorganisation zu bestehenden Einrichtungen, sondern will auch vor Ort bereits bestehendes Engagement unterstützen. Sie versteht sich als Initiator, Koordinator und Katalysator gemeinnütziger Aktivitäten.

 

Welche steuerliche Begünstigungen gibt es für Spenden und Zustiftungen?

Nach der Reform des Stiftungssteuerrechts gibt es neue finanzielle Anreize für Zuwendungen (Spenden, Zustiftungen) an gemeinnützige Organisationen wie Stiftungen, Museen oder Fördervereine.

Zunächst wurden die steuerlichen Höchstgrenzen des Sonderausgabenabzugs deutlich angehoben. Nach jetzt geltendem Recht können nun einheitlich 20% des Gesamtbetrags der Einkünfte für alle Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen als Sonderausgabe abgezogen werden. Zudem kann nun jede Zuwendung zeitlich unbefristet vorgetragen und damit gegebenenfalls in den Folgejahren in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden. Bei Zuwendungen aus dem Unternehmensbereich kann die generelle Höchstgrenze alternativ mit 4‰ -Promille- der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter bemessen werden.

Zusätzlich zu den einfachen Spenden im Rahmen der Höchstgrenzen sind Zuwendungen in das Vermögen (sog. Vermögensstockspenden) einer Stiftung bis zu einer Höhe von 1 Million Euro als Sonderausgabenabzug steuerlich begünstigt. Dieser Betrag darf alle 10 Jahre genutzt und bei Bedarf auch verteilt werden. Bei zusammen veranlagten Ehepartnern gilt der doppelte Höchstbetrag, so dass die Steuerersparnis in Extremfällen fast 1 Million Euro betragen kann.

Für Sachspenden wie Schenkungen von Kunstwerken an Stiftungen gilt dieser Höchstbetrag ebenfalls, womit auch hier die volle steuerliche Geltendmachung gewährleistet wird.

Übrigens: Der Betrag, bis zu dem als vereinfachter Spendennachweis der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts genügt, liegt bei 200.- Euro.

Für detaillierte Auskünfte wenden Sie sich bitte an die Bürgerstiftung oder an einen Steuerberater.

 

Ist die Bürgerstiftung einer politischen Richtung, Partei, Religion oder sonstigen Interessensgruppen angeschlossen?

Die Mainzer Bürgerstiftung ist gemeinnützig, unabhängig und überparteilich.

 

Kümmert sich die Mainzer Bürgerstiftung auch um überregionale Angelegenheiten?

Die Aktivitäten sind ganz bewusst auf die Stadt Mainz und die Region beschränkt.

 

Welche Ziele hat die Mainzer Bürgerstiftung?

Die Stiftung fördert:

  • die Stadtgeschichte
  • den Denkmal-, Landschafts- und Umweltschutz
  • den Sport
  • Bildung und Erziehung
  • Wissenschaft und Forschung
  • Kunst und Kultur
  • die Jugend- und Altenhilfe
  • das Gesundheits- und Wohlfahrtswesen
  • das traditionelle Brauchtum einschließlich der Fastnacht
  • die Völkerverständigung
  • die Entwicklungshilfe
  • sowie sonstige gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke im Sinne der Abgabenordnung

 

Was hat die Mainzer Bürgerstiftung gemacht und was hat sie vor?

Durch das Engagement möchte die Mainzer Bürgerstiftung dazu beitragen, den lebensbejahenden und weltoffenen Charakter der Stadt Mainz auf Dauer zu sichern und die Solidarität und das Wir-Geführ der Mainzerinnen und Mainzer zu erhalten und zu stärken.

Das erste Projekt der Mainzer Bürgerstiftung ist ein Tastmodell des Mainzer Doms. Desweiteren seit 2009 bis heute das Projekt "Chancengleichheit bei Schulbeginn".

Projektvorschläge sind jederzeit willkommen.