Y., Schülerin der Ludwig-Schwamb-Schule

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Y. (7 Jahre) ist ein Mädchen, deren Wurzeln in Kamerun liegen.

Zu Beginn der Maßnahme hatte Y. häufig Konzentrationsschwierigkeiten und sie wirkte sehr lustlos. Des Weiteren ließ sie sich schnell von ihren Mitschülern ablenken und träumte oftmals vor sich hin. Das hatte zur Folge, dass sie wichtige Ansagen der Lehrerin nicht wahrnahm und dem Unterricht nicht richtig folgen konnte. Dadurch verpasste sie wichtige Aufgabenstellungen und Erklärungen der Lehrerin, was dazu führte, dass sie Schwierigkeiten hatte, die Aufgaben richtig zu lösen.

Sie neigte dazu schnell aufzugeben und hatte nicht viel Durchhaltevermögen. Ihr Sozialverhalten hingegen war sehr positiv ausgeprägt, was sich darin äußerte, dass sie gerne teilt und viele Spielkameraden hatte, mit denen sie gemeinsam friedlich die Pausen verbrachte. Darüber hinaus waren die Deutschkenntnisse von Y. von Anfang an sehr gut.

Die Schulintegration war eine gute Chance, Y. zu motivieren und auftretenden Frustrationen entgegenzuwirken. Durch die Integrationshelfer bekam sie ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit, was ihr auch sichtlich gut getan hat. Im Laufe der Zeit, konnte Y. sich immer länger konzentrieren und Herausforderungen einigermaßen gut bewältigen.

Schwierigkeiten im schulischen Bereich traten hauptsächlich in Mathe auf. Y. hatte oft keine Lust sich mit den Aufgaben zu beschäftigen und sie zu lösen. Wenn man jedoch mit ihr gemeinsam die Aufgaben durchgesprochen hat, dann verstand sie schnell.

In Deutsch war das Mädchen interessierter als in Mathe. Lesen hat sie sehr schnell gelernt und konnte zu Schuljahresende, als es Lesenoten gab, sogar am besten aus der ganzen Klasse lesen. Schreiben hat sie auch zügig gelernt, wobei sie immer sehr langsam die einzelnen Buchstaben aufschrieb. Jedoch war ihre Schrift überwiegend sehr ordentlich. Allgemein ist Y. clever und arbeitet auch meistens sehr gewissenhaft. Sie begründete ihre Unlust öfter damit, dass sie sehr müde sei, da sie im Laufe des Schuljahres nach Rüsselsheim gezogen ist und daher gegen 6.00 Uhr morgens aufstehen musste. 
Die Schulintegration war dabei behilflich sie überhaupt zum Arbeiten zu motivieren. Dies gelang auch im Laufe des Schuljahres immer besser. Zum Ende jedoch ist das Kind wieder in alte Muster zurückgefallen. Es war teilweise ein richtige Herausforderung sie zum arbeiten zu bringen.

Dies ist indes nachvollziehbar, da Y. und ihre Mutter am letzten Schultag der Klasse und der Lehrerin mitteilten, dass die Familie wieder zurück nach Afrika gehen und Y. nach den Sommerferien nicht mehr die Ludwig-Schwamb-Schule besuchen werde. Es gab zwar Andeutungen über den Umzug, jedoch hatten weder Y. noch ihre Mutter gegen Ende des Schuljahres deutlich ausgesprochen, dass sie wieder in ihre Heimat ziehen würden.

Insgesamt hat Y. in ihrem ersten Schuljahr eine solide Grundausbildung erhalten. Die Schulintegration hat sie dahingehend unterstützt, dass sie die Aufgaben, die ihr gestellt wurden auch bewältigt werden konnten. Zwar langsamer als bei anderen Mitschülern, aber sie hat es geschafft. Die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit hat sich allgemein auch sehr gesteigert und Y. weiß insgeheim, wie wichtig eine gute Schulbildung für ihre Zukunft ist.   

 Amelie Meyer, 31.07.11

 

Die Namen der Kinder wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen abgekürzt.