B., Schüler der Feldbergschule

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B. (7 Jahre) zeigte zu Beginn der Schulintegrationshilfe eine gering ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit, sowie Defizite im sprachlichen Bereich.  Dadurch verpasste er oft wichtige Informationen und Erklärungen der Klassenlehrerin, welche ihm dann bei neuen Aufgabenstellungen und der Anwendung von Unterrichtsinhalten fehlten. Er wies zudem eine geringe Frustrationstoleranz und ein niedriges Selbstwertgefühl auf, was sich nicht etwa in Aggressivität, sondern vielmehr in Resignation zeigte. Er neigte dazu aufzugeben, sobald er sich mit einer Aufgabenstellung überfordert fühlte. Wenn er keinen Erfolg sah, war er schnell demotiviert. In diesen Situationen stellte die Schulintegrationshilfe eine große individuelle Unterstützungsmaßnahme für ihn dar.  Mit einem erhöhten Maß an Motivation und Hilfestellung konnte er dazu angeregt werden, Frustrationserfahrungen zu kompensieren und sich Herausforderungen zu stellen.

Deutliche Schwächen zeigten sich insbesondere im Lesen. Zu Beginn der Arbeitsphase konnte er zwar die meisten Laute benennen, das Zusammenfügen der Laute zu einem Wort fiel ihm allerdings sehr schwer. Hinzu kam, dass seine Deutschkenntnisse im Bereich Grammatik und Wortschatz große Lücken aufwiesen. Hierbei war eine individuelle, intensive Unterstützung von höchster Bedeutung. Das intensive Lesen und die speziellen Aufgaben zu Lauterkennung und Wortschatzerweiterung zeigten großen Erfolg. Zum Ende der Schulintegrationshilfe konnte B. Texte ohne große Schwierigkeiten lesen. Dies ermutigte ihn auch dazu, sich mündlich am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen, was vorher kaum der Fall war.

Innerhalb der Arbeitsphase wurden die Hauptziele erreicht. Die Fortschritte im sprachlichen Bereich, besonders im Lesen stärkten B.s Selbstwert, so dass er mittlerweile versucht, Herausforderungen nicht mehr aus dem Weg zu gehen und die ihm gestellten Aufgaben konzentriert zu lösen. Er bearbeitet auch schwierigere Aufgaben geduldig und motiviert.

Seine Leistungsbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit sind deutlich gestiegen, so dass er öfter eigenständig arbeitet. Insbesondere hat B. gelernt, auf seine Stärken zu vertrauen, mit Schwächen, Niederlagen und Schwierigkeiten besser umzugehen und auch mit kleineren Erfolgen zufrieden zu sein. Dies förderte auch seine Integration innerhalb der Klassengemeinschaft, da seine Arbeitshaltung sowie sein Sozialverhalten nicht mehr von Versagensängsten oder Frustrationsgefühlen geprägt wurden. Die Integrationshilfe hat B. die notwendige Unterstützung gegeben, die 2. Klasse voraussichtlich alleine bewältigen zu können.

 Azar T*, 31.07.11 

 

*Die Namen r wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen abgekürzt.